ALLE NEUNE! Eine Minoltareihe Teil II

In Teil I der Minolatareihe stellten wir Euch die Minolata 9000 mit dem ersten professionellen Autofokus vor. Wir reisen nun in das Jahr 1992 und schauen uns die Nachfolgerin der Minolta 9000 an:

Minolta Dynax 9 xi

 

Minolta Dynax 9 xi

 

 

1992 sieben Jahre nach dem Erscheinen der 9000, der Wettbewerb ist mittlerweile auch auf den AF Zug aufgesprungen, stellt Minolta bereits seine 3. Generation an Autofocus SLRs vor, angeführt von dem Flaggschiff des Systems der Minolta Dynax 9xi. Das xi-System steht für expert Intelligence und soll auf die Verwendung von Fuzzy Logic Technologie in der Kameraprogrammierung hinweisen.

Um es kurz mit der Erklärung zu machen, ein Zitat aus Wikipedia:Fuzzylogik (engl. fuzzy ‚verwischt‘, ‚verschwommen‘, ‚unbestimmt‘; fuzzy logic, fuzzy theory ‚unscharfe Logik‘ bzw. ‚unscharfe Theorie‘) ist eine Theorie, welche vor allem für die Modellierung von Unsicherheit und Vagheit von umgangssprachlichen Beschreibungen entwickelt wurde…Beispielsweise kann damit die sogenannte Fuzziness von Angaben wie „ein bisschen“, „ziemlich“, „stark“ oder „sehr“ in mathematischen Modellen erfasst werden “

Zu dieser Besonderheit in der Programmierung gesellt sich ein kompletter Designbruch zur Vorgängerin der nicht ohne Kritik wahrgenommen wurde. War die 9000 klar definiert mit Ecken und Kanten sowie selbsterklärenden Beschriftungen, erscheint die 9xi stromlinienförmig voller Rundungen mit wenigen, spärlich beschrifteten Knöpfen, die teilweise unter einer Chipkartenfachklappe verschwinden und den von der Canon EOS bekannten Einstellrädern als eines der Hauptbedienelemente. Weitere Kritikpunkte war die Wahl der Batterie, kam die alte 9000 noch mit zwei handelsüblichen 1,5V Mignonzellen aus verwendet die 9xi eine 2CR5 Lithiumbatterie (später auch bei vielen anderen Herstellern Standard). Im Nachhinein wurde dieser Punkt durch den Batteriegriff bp-9xi welcher 4 handelsübliche AA Batterien benötigt, entschärft. Leider fehlt diesem Griff der Hochformatauslöser. Hinzu kam das Minolta darüber hinaus auch einen neuen proprietären Blitzschuh eingeführt hat und die alten Blitzgeräte nur noch über Adapter angeschlossen werden konnten.

Minolta Dynax 9 xi

 

 

Minolta Dynax 9 xi

 

Da auch diese neue Kamera für den Profieinsatz gedacht war sind die äußeren Gehäuseteile aus glasfaserverstärktem Polycarbonat, größtenteils mit UV-gehärtetem Polymer beschichtet welches auch nach Jahren Kratzern gut widersteht. Der Spiegelkasten setzt sich zusammen aus einer Zink-Druckgußlegierung und Edelstahl, für das Bajonett nutzt Minolta Sinterstahl. Die Bodenplatte besteht aus gummibelegtem Zink-Druckguß. Von der Minolta „i“ Serie aus der 2. Generation übernimmt die 9xi das Chipkartensystem.

Das Userinterface unterscheidet sich so fundamental von der Vorgängerin, dass viele Minolta Anwender nie richtig mit ihr klargekommen sind, aus heutiger Sicht teilweise unverständlich, da genau dieses Konzept auch von anderen Herstellern später in ähnlicher Form übernommen wurde. Ein Kernpunkt war die Minimierung der Bedienelemente. Dies führte zum einen dazu das die Kamera sehr gut gegen Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und Staub abgedichtet war, konnte aber durch die damit verbundene Doppelbelegung der Schalter und Einstellräder den Benutzer verwirren, vor allem wenn er sich nicht ausreichend mit der Bedienphilosophie der Kamera vertraut gemacht hatten. Diese beginnt schon mit dem neuartigen „Eye Start“. Die Kamera wird dabei automatisch über einen Griff- sowie Augensensor gestartet. In dem Moment wenn das Gerät ans Auge geführt wird, werden die Anzeigen im Sucher aktiviert und der AF beginnt bereits zu beschleunigen, mit dem Ziel noch schneller aufnahmebereit zu sein. Ein weiterer Schwerpunkt des Systems ist der transparente LCD-Schirm der Suchermattscheibe. Alle wichtigen Grundeinstellungen, Belichtungs- und Autofokus Parameter werden hier angezeigt, ist aber auch Informationszentrum über die aktuelle Belegung der Bedienelemente. Dies ermöglicht es im Idealfall alle wichtigen Funktionen nur mit der rechten Hand zu steuern, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen. Mit der Customxi Card kann sogar die gesamte Kamera auf die Bedürfnisse des Fotografen umgestellt werden.

 

 

 

Darüber hinaus besitzt die Kamera eine Schnellwahlfunktionstaste die Individuell belegt werden kann und eine „Paniktaste“ die alle vorausgegangenen Einstellungen außer der Individualfunktionen, rückgängig macht.

Ihrer technischen Daten beeindrucken auch heute noch. Mit einer maximalen Verschlusszeit von 1/12.000 s wie auch die Blitzsynchrozeit von 1/300 s und einem Bildtransport von 4,5 bps ohne zusätzliches Batteriepack, brach sie gleich bei erscheinen 3 Rekorde. Die Spitzenleistung des vibrationsarmen Verschlusses wurde dadurch ermöglicht das acht der zehn Lamellen aus kohlefaserverstärkten Epoxidharz bestanden um die nötige geringe Masseträgheit sowie gleichzeitig eine hohe Widerstandskraft zu erreichen.

Minolta Dyanx 9 xi

 

Das Belichtungsmesssystem bietet Integral, Spot und Mehrfeldmessung. Letztere basiert auf einem 14 segmentigem Wabenfeld. Eine weitere Neuerung, die Kamera unterstützt Minoltas xi-Objektive welche über eine motorische Brennweitenverstellung verfügen. Über die Sinn- oder Unsinnigkeit dieser Technologie lässt sich streiten und war damals auch Basis kontroverser Diskussionen. Die 5 speziellen xi Objektive, von denen das 35-200mm besonders positiv hervorzuheben ist, ermöglichen zusammen mit der Kamera Betriebsarten wie zB. den Bildgrössenspeicher der einen konstanten Abbildungsmaßstab bewegter Objekte, aber auch eine praktische Motivübersichtsfunktion bietet.

Minolta Dynax 9 xi

 

Die Belichtungsmessung und der Autofokus sind eng verknüpft. So kann das Wabenfeld speziell die Bereiche in der Messung stärker berücksichtigen auf die Scharf gestellt wurde, das ist besonders interessant wenn ein Objekt sich in einer Gegenlicht Situation nicht in der Bildmitte befindet. Die extrem kurze Verschlusszeit macht es möglich auch trotz hellen Lichtsituationen und empfindlichem Filmmaterial großen Blendenöffnungen gestalterisch einzusetzen. Der Prädiktionsautofokus erlaubt die Erfassung von komplexen Bewegungsdynamiken in allen drei Raumdimensionen und ermöglicht in gewissen Bereichen Vorhersage der Bewegung bezüglich positiver und negativer Beschleunigungen und führt die Scharfeinstellung verzögerungsfrei nach wenn bereits der Verschluss ausgelöst ist. Das AF-Messfeld wird bei Hochformatauslösung automatisch angepasst und der obere CCD Bildsensor wird abgeschaltet.

Minolta Dynax 9xi

 

Zu der Liste der Innovationen muss man auch die drahtlose TTL-Blitzsteuerung erwähnen die Minolta als erster Hersteller zuvor mit erscheinen der Minolta Dynax 7xi eingeführt hat. Hierbei wird bei Verwendung der beiden Blitze 3500xi sowie dem 5400xi, nicht einfach nur ein Funk- oder Lichtsignal rein zur Blitzzündung verwendet, sondern ein Controller an der Kamera sendet Lichtimpulse zwecks Kommunikation, ähnlich einem Lichtwellenleiterkabel, an eine beliebige Anzahl Blitzgeräte. Diese wiederum senden über das Blitzlicht codierte Lichtimpulse zurück die von den kameraeigenen Sensoren zur TTL-Messung ausgewertet werden können um dann die notwendige Lichtmenge im richtigen Verhältnis zu steuern.

 

Im dritten und letzten Teil stellen wir Euch die Minolta Dynax 9 vor.

 

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