Das Film Swap Projekt

Zwei Menschen, die sich noch nie außerhalb des Internets getroffen haben. Eine sowjetische Zenit und eine japanische Canon. Ein Lomo Earl Grey Film mit 72 Bildern als Ergebnis. Das Film Swap Project.

Vor kurzer Zeit stolperte ich im Internet über einen Artikel in dem ein Rollfilm-Magazin um die Welt reiste. 12 Bilder, 12 verschiedene Fotografen. Aus Mangel an identischen Kameras war das leider für mich nicht umsetzbar, ich wollte aber unbedingt mit Menschen deren Bilder mir gefallen zusammen ein Projekt starten. Nach einer zufälligen Doppelbelichtung kam mir die Idee zu diesem Experiment. Da ich auf Facebook einen weiteren Fotografienarren kennengelernt hatte, war auch Person 2 schnell mit im Boot. Wir einigten uns darauf, keine Infos über die Bilder auszutauschen, und schon ging es los.

Knappe 3 Wochen später klingelte die Post mit einem Brief. Darin enthalten der bereits belichtete Film welcher sofort in meine Kamera wanderte. Da wie ausgemacht keine Infos ausgetauscht wurden, versuchte ich abwechslungsreiche Bilder aufzunehmen. Natur, Stadt, Kontrastreich, Kontrastarm, Himmel, Erde, Nah, Fern. Die 36 Bilder waren schnell voll. Also ab nach Hause und den Film in Rodinal entwickeln. Die Aufregung war wie immer bei handentwicklenten Filmen groß als nach dem Wässern die Dose geöffnet wurde. Und tatsächlich sahen die Bilder komisch aus. Als der Film zum trocknen aufgehängt war, konnte man das Problem schnell sehen. Beim Einlegen des Films wurde die erste Belichtung weit vor der Zweiten gestartet. So lagen meine Bilder nicht über einem der Bilder aus der ersten Runde, sondern schnitten immer zwei Bilder an. Was mich zu Beginn sehr ärgerte gefiel mir im Verlauf immer besser. Ein kleines Problem zeigte sich beim Scannen: Welche Bilder geben den Rahmen für den Scan vor? So wurden am Ende aus 36 Bildern 72 Scans, jedes ein Unikat, jedes faszinierend.

über den Wolken Stadt vs Natur Stadtheiliger
Rosenweg himmelshand Strohkaefer

Ihr wollt es auch ausprobieren? Um den Film korrekt zu belichten, stellt ihr am einfachsten bei der Kamera die doppelte Filmempfindlichkeit (ASA 200 statt ASA 100) ein. Ob ihr ein Thema mit der zweiten Person abmachen wollt bleibt euch überlassen. Falls es identische Kameras gibt, könnt ihr euch eine Markierung auf den Film machen (z.B. die Kante der Patrone) wenn ihr das Rückteil schließt. Diese gilt dann für Person 2 als Zeichen, ebenfalls an dieser Stelle die Kamera zu schließen. Achtet dabei darauf, ob das Zeichen bei gespanntem oder entspanntem Verschluss entstanden ist!

Alle Bilder entstanden in Zusammenarbeit mit Basti aka. Psychological Damage www.instagram.com/psychologicaldamage

Mehr von mir: www.wastedfilms.de

 

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