Film im Tiefkühlfach: Was soll das eigentlich?

2015-12-19 15.51.11

Das Kühlen oder gar Einfrieren des heimischen Filmvorrates ist eine ziemlich gängige Praxis. Vor allem in Zeiten wie unseren, in der das Filmsterben seine Runde macht, kaufen viele ihre Lieblingsfilme in großer Stückzahl und legen sie dann auf Eis, um sie auch noch in ferner Zukunft unverändert nutzen zu können, nachdem sie aus ihrem Winterschlaf geweckt wurden.

Aber warum ist diese Prozedur überhaupt notwendig? Um dies zu verstehen lohnt es sich, einen Blick auf den Prozess zu werfen, indem ein solcher Film hergestellt wird:

Fotografischer Film besteht im Wesentlichen aus lichtempfindlicher Fotoemulsion auf einem Trägerfilm, der von Gelatine umgeben wird. Mit zunehmenden Alter oxidieren diese Bestandteile und der Film ändert seine Empfindlichkeit und die Farbwiedergabe. Einziger Schutz ist die Gelatine, die aus Kollagenen, chemisch veränderten Struktureiweißen besteht. Doch auch diese Eiweiße können mit der Zeit “verderben”. Um sich bewusst zu machen was mit Eiweißen passiert, wenn sie sich zersetzen, muss man nur ein Schinkenbrot auf den Küchentisch legen und zwei Wochen in den Urlaub fahren.

Doch was kann der Kühl- oder gar der Gefrierschrank daran ändern? Nun, all diese Prozesse sind chemische Vorgänge, die Energie, zum Beispiel in Form von Wärme, benötigen. Durch das Kühlen kann man diese Vorgänge verzögern, vielleicht sogar beinahe stoppen. Damit sind eingefrorene Filme bei richtiger Lagerung und durchgehender Kühlkette quasi wie neu. Doch auch das Einfrieren birgt Gefahren, da Filme unbedingt trocken gelagert werden müssen, um ihr „verderben” nicht zu begünstigen. Pack sie also besser gut ein, wenn du deine Filme auch mal kalt stellen möchtest.

Hast du vielleicht auch noch verborgene Schätze eingefroren oder hast du andere Erfahrungen mit diesen “Schätzen aus dem Eis”? Dann verrate es uns doch in den Kommentaren!

 

2 Comments
  1. Vielleicht solltest Du noch erwähnen:
    1. KB-Filme immer in der Patrone kühlen und nie lose oder in anderen Kunststoffdosen die richtig dicht abschließen!
    2. 120 Rollfim immer eingeschweißt belassen! Hier nützt auch eine Dose im Nachhinein nichts!
    3. Je tiefer die Temperatur deste länger sind sie haltbar.
    4. Für die Nutzung, unbedingt das Behältnis mehrere Stunden ungeöffnet, bei Zimmertemperatur lagern und erst dann verwenden.

    Warum das alles? Kondenswasser kann die Filmqualität sehr stark beinflussen! Und dieses entsteht, wenn der Film noch kühl verwendet wird, direkt in der Patrone. U.U. kann auch bei voheriger Gefrierung der Film reißen.

  2. Ehrlich gesagt kommen Filme bei mir nur ab und an in den Kühlschrank. Bin so häufig umgezogen, dass einfrieren nicht wirklich gegangen wäre. Ansonsten habe ich nie zu viele Filme auf Lager und verbrauche die auch ziemlich rasch 😉

    Bis auf ein paar Oldies, die dürfen aber gammeln 😀

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