Moderne Analogkameras und das „Uncanny Valley“

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Sie allen haben einige Merkmale gemeinsam. Sie verfügen über eine menge Funktionen, sind einfach zu bedienen und sind meist günstig zu haben. Die Rede ist von den analogen Kameras der quasi letzten Generation. Aber sie haben noch eine Gemeinsamkeit – sie sind bei den meisten Leuten extrem unbeliebt.

Auf die Frage nach dem Warum, wird oft ausweichend oder rein emotional argumentiert. Dazu muss ich aber gestehen, dass diese Kameras auch bei mir persönlich nicht sonderlich hoch im Kurs stehen.

Lange konnte ich mir dieses Phänomen nicht erklären, denn es gibt keine wirklich rationalen Gründe diese günstigen und hochmodernen Kameras von der Tischkante zu stoßen. Moderne Mehrfeld Messmethoden, Blitzinnenmessung, Motortransport und Sucher mit Dioptrien Korrektur sind tolle Features, die man nicht verachten sollte.

Licht ins Dunkle brachte vor ein paar Wochen eine Dokumentation über Roboter. In welcher ein Phänomen names „Uncanny Valley“ ausführlich besprochen wurde. Nach diesem Prinzip gibt es eine Spanne, angefangen von sehr einfachen Greifrobotern, welche dem Menschen in keiner Form ähneln, über Roboter mit leicht an den Menschen angelehnten Zügen bis hin zu beinahe menschenähnlichen Modellen. Vom weiten Weg weg vom Toaster hin zum Androiden, nimmt unsere Akzeptanz immer weiter zu, bis wir kurz vor dem Ziel ins Namensgebende „Uncanny Valley“ geraten und uns bei beinahe menschenähnlichen Modellen sichtlich unwohl fühlen.

Nach einer Weile gebannten Zuhörens, kam mir dann der Gedanke, dass der selbe Effekt auch für Kameras gelten könnte. Natürlich sind diese nicht menschenähnlich aber die letzte Generation analoger Lichtschlucker ist auf den ersten Blick nicht von ihren analogen Gegenstücken zu unterscheiden, die heute Jedermanns Bild einer Kamera prägen.

So schätze ich einfach mal, dass für uns Menschen von heute einfach eine analoge Kameras auszusehen hat, wie eine analoge Kamera und eine Digitale eben wie eine Digitale. Alles was da Kreuz geht, verwirrt uns und bereitet uns unterschwellig Unbehagen.

Meiner Meinung nach, kann und sollte man sich diesem Effekt entgegenstellen aber auch nicht vergessen, dass andere diesem eventuell erliegen, besonders wenn man mit Leuten arbeitet, die sich weniger mit Kameras beschäftigen.

-Danny

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4 Comments
  1. Interessanter Gedanke, den Effekt und die Beliebtheit kann man auch auf dem Gebrauchtmarkt gut sehen – die besseren SLR der 70er und 80er von Pentax, Nikon, Olympus sind begehrter und oft deutlich teurer gehandelt als ihre weiterentwickelten 90er-2000er Folgemodelle mit Matrix-Messung und allen modernen Features. Die Nikons F4,F5,F100 werden täglich auf ebay für ca. 100-150€ nahezu verramscht. Frage mich, ob die Wertschätzung dann mit dem Alter wieder steigt..

    Übrigens, es soll wohl heissen „ist auf den ersten Blick nicht von ihren _digitalen_ Gegenstücken zu unterscheiden“…

  2. Sehr interessanter Artikel.
    Ich kann das auch bei mir feststellen. Eine Nikon F6 interessiert mich gar nicht, waehrend meine Rolleiflex eine meiner absoluten Lieblingskameras ist, neben der Nikon D750.

    • Hhmm, mal sehen. Hab mir gerade in der Bucht eine F801S sozusagen als Beigabe zum Objektiv ( Sigma AF 28-70 mm f/2.8) geschossen.
      Ich denke da werde ich ich mal ein paar Rollen investieren und vergleichen.

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