Nikon F3 – für Brillenträger wie gemacht

Eigentlich bin ich mit meiner M6 fürs Kleinbild ausreichend bedient. Ohnehin wollte ich damit nicht mehr allzu viel machen, weil mir 36 Aufnahmen irgendwie zu viel sind und ich da mit den Abzügen gar nicht mehr hinterher komm. Außerdem hab ich immer ewig gebraucht um einen Film vollzukriegen. Natürlich könnte man Filme mit 24 oder gar 12 Aufnahmen nehmen, aber darum solls hier gar nicht gehen.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt hab ich natürlich einen Halt bei meinem Lieblingsfotoladen und dessen Gebrauchtwarenabteilung gemacht. Dort hat mich ein Nikkormat mit 50/2 Objektiv angelächelt. Da Nikon meine erste „ernsthafte“ Kamera (damals eine D50) war und ich alte, mechanische Kameras ziemlich toll finde, hab ich mir diesen Nikkormat mal angesehen. Die Begeisterung dämpfte sich ein wenig, als ich mit meiner Brille nicht das ganze Sucherfeld überblicken konnte. An der Leica hab ich dazu eine Linse mit Dioptrienausgleich montiert, was das Fotografieren aber auch relativ nervig macht, da man die Brille immer erst abnehmen muss. Das schränkt die Spontaneität natürlich etwas ein.

In der Gebrauchtwarenauslage lag noch eine Nikon F3, die ich allerdings überhaupt nicht ins Auge gefasst habe. Schließlich war das damals eine absolute Profikamera, kostete natürlich auch etwas mehr als der Nikkormat und wäre wahrscheinlich einfach etwas „drüber“ gewesen.
Aber das half alles nichts, die Kamera musste ich auch ausprobieren. Durch den „normalen“ Prismensucher konnte ich schon bedeutend mehr sehen als durch den Sucher des Nikkormat. Leider bin ich nach knappen 2 Stunden des Ausprobierens dann mit einer F3 und 50/1,8 Objektiv wieder aus dem Laden gegangen.

Zuhause musste ich erstmal googlen und mich in das System samt Zubehör der F3 einlesen. Es gibt einige Sucher, unzählige Mattscheiben und von den vielfältigen Objektiven mal ganz abgesehen. Meine Aufmerksamkeit erregte schließlich der sogenannte „HP-Sucher“. HP steht für High-Eyepoint, was bedeutet, dass die Austrittspupille etwas nach hinten verlegt ist und man somit perfekt mit Brille das ganze 100%ige Sucherfeld der Kamera überblicken kann.

Natürlich war die F3 keine klassische, rein mechanische Kamera, sondern ein „Elektrobolide“ mit Automatikfunktion, aber nachdem ich endlich einen HP-Sucher gefunden habe, war ich doch restlos begeistert. Die F3 bietet mir als einzige meiner Kameras, die Großformatkamera mal ausgenommen, einen Überblick über das gesamte Sucherfeld und ich kann das Bild genauso zusammenstellen wie ich es möchte.

Folgende Aufnahmen:
Nikon F3,Nikkor 50/1,8, Fomapan 400 in D-76 auf Fomabrom Variant 311.


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