Story Behind The Image: Teatime

Viele Bilder haben eine Geschichte… manche eine lange, andere eine kurze… Manche Bilder sind für den Fotografen oder den Abgelichteten wichtig, weil er eben eine Erfahrung oder ein Gefühl damit verbindet. Sei es, weil der Moment in dem das Bild spontan aufgenommen wurde eine besondere Bedeutung hat, oder weil man lange auf dieses Bild hingearbeitet hat, oder weil alles anders kam als geplant.

Ich möchte euch heute eine Geschichte zu einem Bild erzählen bei dem alles anders kam:

Nach meinem Nordirlandurlaub Anfang Juni 2016 hatte ich noch ein paar Tage länger frei…

– 09:00 –

Es war einer der Tage wo du morgens aus dem Bett kriechst, den Rollo hochmachst und denkst „Geiler shice! Schnellstmöglich rausgehen und ‚Knipse‘ mitnehmen!“… Eigentlich hätte ich genug Arbeit im Labor gehabt da mehrere Rollen Fuji Acros 100 aus Nordirland auf ihre Entwicklung warteten. Ich dachte mir was solls… hat morgen auch noch Zeit hast ja Urlaub. Aber was machen? Landschaftsaufnahmen? nee in Nordirland genug gemacht! Hm… Portraits wären mal wieder was! Also rumfragen wer Lust und Zeit hat… Nici hat sofort auf meine Anfrage geantwortet – wir wollten sowieso mal wieder was starten – und Aurelia, meine Assistentin hatte auch Zeit und mega Bock drauf! Die Frage wo wir hingehen war auch schnell geklärt. Der alte Industriekomplex, in dem sich auch meine Dunkelkammer befindet, bietet unzählige Möglichkeiten. Von alten Wellblechhallen, über Verladerampen, bis hin zu einer riesigen Dachfläche. Also kurz dem Eigentümer Bescheid geben, dass wir mal wieder quer übers Gelände unterwegs sind – nach dem Mittagessen gehts los!

– 13:00 –

Die Sonne scheint. Wir treffen uns am Parkplatz vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude und beraten wie wir starten als es auf einmal Windig wird und binnen kürzester Zeit zuzieht… wir beschließen kurzerhand das Shooting nach drinnen in die alte Energiezentrale zu verlegen, hier stand damals noch eine Dampfmaschine mit Generator als Kulisse… auf dem Weg dorthin hat es uns allerdings schon voll erwischt – ein Wolkenbruch wie aus dem Bilderbuch. Als wir die Energiezentale über den Großen Ausschnitt in der Wand, wo bis wenige Wochen zuvor noch ein hoher Schornstein stand, betraten, waren wir patschnass und natürlich auch die Haare des Models… Wir beschlossen zu warten bis der Regen aufhört und dann einfach abzubrechen.

Da wir ja sowieso zum Warten gezwungen waren erkundeten wir die angrenzenden Räumlichkeiten, in denen noch ein Dieselgenerator und aller möglicher Krims-Krams herumstanden… dann fanden wir auch einige Porzellanteile (in einer ehemaligen Porzellanfabrik nicht unwahrscheinlich). Damit musste sich doch etwas machen lassen…
In der Zeit in der wir warteten habe ich also eine Rolle HP5+ mir meiner Mamiya RB67 Pro SD belichtet. Wir haben einfach spontan etwas ganz Anderes als geplant geschossen.

– 18:00 –

Ich ziehe den Negativstreifen aus der Spirale und halte das noch tropfende Stück Film gegen das Licht – Wow – hat sich voll und ganz gelohnt, auch alles ist sauber belichtet und trotz oder gerade wegen des plötzlichen Starkregens ist letztlich eine schöne Serie mit vier Aufnahmen entstanden – Ich habe aus dieser Serie das Obige Bild gewählt da es das erste der Serie auf der Rolle ist.

– und die Moral von der Geschichte? –

Auch wenn mal was nicht klappt – einfach spontan improvisieren, man kann dann oftmals super kreativ sein 🙂

Die ganze Serie gibts hier!

 

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