Über Porträt/Aktfotografie und die Squeezerlens – Im Gespräch mit Patrick Leube

Patrick Leube fotografiert analog und digital, meist schwarz/weiss und verwendet unterschiedliche Stilmittel für seine Aufnahmen.

Ich habe Ihn gebeten, ein paar Worte zu seinen Werken zu verfassen und was aus seiner Sicht, die analoge Fotografie ausmacht.

Patrick:
Meiner Ansicht nach bedarf es nicht nur eines guten Auges und die Fähigkeit, den Auslöser zu betätigen, sondern auch und vor allem Empathie, um ansprechende Bilder zu fotografieren. Gerade in dem anspruchsvollen Bereich der Porträt,- oder auch Aktfotografie ist und bleibt die Kommunikation zwischen Fotograf und dem Menschen vor der Kamera, das stärkste Werkzeug! Gerade die analoge Technik, in meinem Fall eine Pentax645 läßt mir die Zeit „aufzunehmen“, wer sich gerade vor mir befindet!   In nahezu allen Fällen geht vor einer Zusammenarbeit ein persönliches Gespräch voraus, in dem man sich bespricht, was man erwartet, wer man ist und wie man gerne gesehen werden möchte! Sinn und Zweck eines Porträts ist es schließlich, das Sujet in einer gewissen Art und Weise zu beschreiben. Dies aber nicht nur rein äußerlich, sondern gerade in Hinblick auf die Persönlichkeit desjenigen vor der Kamera. Schließlich handelt es sich hier nicht nur um schöne Oberflächen wie in der Produktfotografie!

Das Spannende ist hier zu bedenken, wieviel ein Porträtfoto über mich als Fotograf aussagt und wieviel über den Mensch vor der Kamera?  Es ist essentiell zu verstehen und zu unterscheiden, was man sieht oder auch sehen möchte und was man damit über sich selbst oder den anderen aussagt! Die Wahl des Films oder der Technik, die man verwendet um Porträts zu erzeugen ist, eine reine formale Entscheidung (Bildformat/look).

Für mich ist entscheidend,  analog zu denken und zu reflektieren – also nicht nur aussagelose Posen digital auf Film zu kopieren,  um Hip zu sein!

In meiner Arbeitsweise geht es inhaltlich hauptsächlich um den Charakter oder um eine Facette, die ich in meinem gegenüber sehe! In manchen Fällen benutze ich  die Squeezerlens, um noch mehr den Blick des Betrachters darauf zu lenken, was mir im Bild wichtig ist!  Bereits bei der Bildgestaltung kann ich Inhalt ausblenden oder geschickt miteinander in Verbindung bringen, die sich z.B . nicht auf einer schärfenebene befinden. Mit anderen Worten: Die Squeezerlens unterstützt mich mit ihrer malerischen Wirkung in meiner einfühlsamen Fotografie.

INFO – Squeezerlens:
Das Prinzip lehnt an die Verstellmöglichkeiten der Großformatkameras an, bei denen Filmebene und Objektivebene unabhängig voneinander bewegt werden können. Das Zwischenstück ist in der Regel ein Balgen, der durch seine Elastizität und Beweglichkeit diese Verstellungen möglich macht. Bei einer Squeezerlens handelt es sich um ein Objektiv, welches zwischen Bajonett (Anschluss an der Kamera) und Objektivtubus ein bewegliches Element aus Gummi besitzt. Durch biegen des Objektivs kann man den Verlauf der Schärfeebene, die üblicherweise Parallel zur Bild-/Filmebene verläuft, verändern.

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